Alfa 6 # Youngtimer, an die sich niemand erinnert

Heute mal ein Beitrag aus der Rubrik „Youngtimer, die keiner kennt“ – der Alfa 6. Der Alfa 6 ist praktisch das Pendant zum Peugeot 604, den auch keiner so recht kaufen wollte. Im Gegensatz zum Peugeot 604, den immerhin ein paar Franzosen kauften, wurde es für den Alfa 6 eng: Nicht mal in Italien fand er ausreichend Abnehmer. Alfa 6 Warum eigentlich? Tatsächlich liegt der Kernfehler wohl in einem grundlegenden Strategie-Problem von Alfa. Das Erscheinen des Alfa 6 war zunächst für 1973 geplant – die Entwicklung des Wagens hatte bereits 1966 begonnen. Tatsächlich verschob Alfa das Erscheinen aufgrund der akuten Ölkrise – jedoch nicht, wie man meinen möchte auf 1974 oder vielleicht 1975 – der Alfa 6 kam tatsächlich erst 1979 auf den Markt, also satte 13 Jahre nach Beginn seiner Entwicklung.
Vor allem sein Fahrwerk galt nicht gerade als Meilenstein – ausgerechnet das wurde aber bei der großen Modellpflege zur Mitte seiner Bauzeit nicht überarbeitet…
Effektiv war der Wagen damit in vielem bereits Jahre hinter der Zeit und konnte nirgends so recht mithalten mit den modernen Mitbewerbern.
In mutigen Sieben Jahren Bauzeit brachte es der Alfa 6 dann auf gute 12.000 Exemplare, rund 1200 davon inoffizielle Stützkäufe der italienischen Regierung, wie man sie zu dieser Zeit noch in vielen Ländern tätigte – natürlich zu lächerlichen Preisen, aber immerhin brachte man den Wagen auf die Strasse und sicherte so effektiv natürlich auch Arbeitsplätze.
Der Alfa 6 ist, wie so viele Italiener dieser Zeit, mittlerweile zu großen Teilen ausgestorben – hinzu kommt, dass praktisch keine Ersatzteilversorgung existiert. Aber cool aussehen tut er immer noch…


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