AMG Mercedes: Sport in perfekter Ordnung

Mercedes hat stets die magische Fähigkeit besessen, Cockpits so zu gestalten, dass einfach alles sachlich exakt dort ist, wo es hin gehört. Das ist hochgradig sachlich, das ist aber auch ergonomisch genial gewesen, vor allem in den 70ern, als es noch nicht so viel anzuzeigen gab wie heute. Mercedes hat damit klar Maßstäbe gesetzt. Wer beispielsweise einmal die größeren Toyotas der 90er fuhr, der erkannte eine klare Handschrift, die schon ins plagiathafte ging. Aber warum auch nicht – viel besser kann man das vermutlich nicht machen – und vor allem konnte es in den 70ern keiner.

Alfa etwa baute zu der zeit chaotische Armaturenbretter. Volkswagen langweilige (oder war das in den 80ern? Oder in den 90ern…? oder danach…?) – Mercedes baute sachgerechte – und das mit dieser typischen rechthaberischen Art, die im Schwäbischen gedeiht (Und vielleicht noch bei Saab und Subaru).

In der Sache stets richtig: Die Cockpits der 116er, 123er, 126er, 107er, 201er, 202er…………………….

Beeindrucken aber: Mercedes baute diese Dinger nicht nur samt eines gefühlt stets mindestens 30% zu großen Lenkrads in Fahrzeuge wie den R107 ein – nein: Auch die frühen AMG Versionen nutzten das mega-sachliche Tacho-Design. Nur die kleine Anmerkung „AMG“ für Aufrecht Melcher Großaspach durfte hier untergebracht werden – und das war auch schon knapp, auf einem Tacho, der bis damals schier unvorstellbaren Zahl DREIHUNDERT reichte.

Obszön. Und irgendwie total unschwäbisch und unsachlich.