Ford Transit # Bergen – Löschen – Retten

Im Grunde war uns der Name Ford Transit immer ein Rätsel – das klang so nach Durchquerung der DDR – eigentlich kein richtig cooler Name, wenn man GRANADA, CAPRI und FIESTA hat. Später hatte der Transit weit schlimmere Spitznamen – aber dennoch war er cool. Der Ford Transit hatte stets ein einzigartiges Fahrgefühl – der war schwammig, der war groß, der ging nicht so mega um Kurven, bis man sich mit ihm mal angefreundet hatte – alles in allem war der auf den ersten 3 Kilometern ein Lastwagen. Wenn du ihn dann aber erkannt und begriffen hattest, bekam der ein Cruiser Flair, das man ihm nicht ansieht.Ford TransitDas war nicht die Qualität, die ihn im Katastrophenschutz jeder Art so beleibt machte, nein – aber in einer kurzen Phase Ende der 80er, Anfang der 90er, hatte der Wagen eine sehr lässige Fan-Szene entwickelt. Typen, die Ernte 23 rauchten, den Wagen damals schon in mattschwarz lackierten und ein paar coole Tattoos drauf pappten. Die waren dem Trend also Lichtjahre voraus. Mit dem von Uwe Bahnsen gezeichneten Nachfolger ließ sich das nie machen – dem fehlte es irgendwie an dem, was die Ford-Modelle damals ausmachte. Designerisch ein Glanzstück des Industrie-Designs – aber eben  nicht cool.transit2
In der Zeit gab es gute Transit, die sehr bezahlbar waren und – wie eben auch Granada, Taunus und Capri – alles technisch überschaubar zugänglich und in diesem angenehmen Überfluss lieferten. Neben ihm wirkte der VW Bus immer wie der Streber der Klasse, irgendwie verkrampft, während der Ford Transit schon eher rüber kam, wie der coole: Ein oder zwei mal sitzen geblieben, leicht unrasiert und authentisch.
Und dann machte es irgendwo im Universum Plopp und es gab nur noch die Exemplare aus dem Katastrophenschutz – Feuerwehrautos, 20 Jahre alt, 17.000 Kilometer gelaufen, stets in beheizter Garage gelebt und entsprechend eingepreist, wenn Du sie nicht auf Kats-Auktionen bekamst.
Schade um diese viel zu kurze Coolness Karriere…