Cadillac Seville # Experimental-Caddy im Traumzustand

Mit dem Cadillac Seville hatte die GM Division, die für traditionelle Luxusfahrzeuge im Konzern verantwortlich war, lange Zeit eines der besten Pferde im Stall, wenn es um experimentelles Design ging. Da war immer mal ein Heck zu Steil, ein Kotflügel zu exotisch, einen Innenraum-Farbe erst kurz davor, en vogue zu werden – mit anderen Worten: Mit dem trauten sie sich was in Detroit.Cadillac Seville
Jenseits lustiger exotischer Formen war der Seville im Inneren natürlich GM-Massenware von der Stange, durfte aber nicht so aussehen. Da wurden dann tatsächlich Schalter umgemodelt, Slush-Häute mit exotischen Farben darum drapiert und Holz-Imitate mit Maserungen eingefärbt, die bis dahin nie ein Mensch gesehen hatte. Tatsächlich unterhielt GM dafür von 1971 bis 1988 eine eigene Design-Abteilung… Heute nicht mehr vorstellbar – macht aber irgendwie klar, wieviel Liebe schon darin steckte, Plattform-Standards sauber zu differenzieren.

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Da steckt Liebe drin. Leder in „Burbon Classic“ trifft auf frei erfundenes Wurzelholzimitat, das kein Natur-Vorbild zum Imitieren hat. Das passiert, wenn man den ganzen Tag mit Drogen experimentiert und die Eagles hört

Da erzähl noch mal jemand was von VWs Plattform-Strategie als Innovation… Die kamen damit in den späten 90ern aus dem Quark – einziger Unterschied: Sie hatten Berater, die es mit einem teuren klug klingenden Namen versahen…

megaWenn Du heute noch einen solchen Wagen findest – gerne auch den sehr coolen Nachfolger, der stets aussieht, als hätte ihm jemand einen Tritt in den Hintern verpasst – kauf ihn. Die Kisten sind im Grunde unfassbar simpel zusammengeschustert mit der Routine der Großserie – und sofort fühlst Du dich wie einer dieser Upperclass-Bösewichte in einem Columbo Film. Einem frühen Columbo Film… Du hörst Dich schon das Wort „Rosebud“ sagen…