Edel-Look aus Geiz-City: Typ17 GLS

Nach dem VW Käfer in all seinen hunderten von Evolutionsstufen, bei denen jedes neue Stoffmuster gefeiert wurde, musste Volkswagen nach dem Entbehrungs-Auto lernen, in einer neuen Klasse von Mitbewerbern zu spielen, die sich darin schon ganz gut auskannten.

Volkswagen hatte da am Anfang kein gutes Händchen. Alles, was sie da zusammen zimmerten, wirkte stets ein wenig altbacken, spießig, blutleer… Jetzt mag manch einer sagen „Hey, das ist bei VW doch bis heute so….“ – und irgendwie ist da vielleicht sogar was dran 😉

Die GL-Ausstattung stand für „Großer Luxus“, wenn man dem VAG Dealer an der Ecke trauen durfte… Tatsächlich konnte Opel das lange Zeit bei den Berlinas besser, selbst Ford hatte den Luxus drauf – ausgenommen vielleicht einmal von den Intarsien des Kunstholz-Baumes. Und das war nur der eine teil. Einen rechten Außenspiegel dazu geben? So weit kommt das noch! Aufpreis-Politik wurde stets den Stuttgartern nachgesagt – Volkswagen war bei allem, was nach dem Käfer kam, im Grunde weit schlimmer, während Opel und Ford tatsächlich hier und da mal mehr drauf legten, als nur einen kleinen Chromring in einem kaum sichtbaren Bereich. Einen Drehzahlenmesser, einen Außenspiegel – Dinge, die das Leben wirklich angenehmer machten – nicht nur ein Hochglanz-Armaturenbrett, dass in den 80ern stets in hässlichem Kontrast zu den nachgerüsteten Radios mit ihrer jeweils schwarzen Front stand.

Man muss einfach auch Prioritäten haben, oder?