Entfall der Modellbezeichnung – habt ihr sie noch alle?

Wir haben es nie verstanden. Damals als Kinder. „Entfall der Modellbezeichnung“ – wer denkt sich denn so etwas aus?? Wenn Du mit Auto-Quartetts groß geworden bist, ist es nicht ansatzweise nachvollziehbar, wieso du darauf verzichten wollen würdest, dass alle Deine Nachbarn wissen, dass Du dir einen 450er gekauft hast.
Wenn Du „Entfall der Modellbezeichnung“ wählst, dann könnte man doch drauf kommen, dass dein W116 nur ein winziger 280er ist, am Ende noch das Vergasermodell mit lächerlichen 156PS – der war nie irgendwo Spitzentrumpf, in keinem Auto-Quartett.

Im Laufe der 80er Jahre wurde diese Ausstattung jedoch tatsächlich das meistgewählte Extra bei Mercedes Benz – und irgendwann zog BMW dann nach, später natürlich auch Audi.

Einer der Gründe mag da sein, dass es sich hierbei um das einzig kostenfreie Extra der meterlangen Bestell-Liste beim Benz-Fachhändler war, als man so etwas noch in Schauräumen auf Papier „konfigurierte“. Einige Firmen schreiben das ganze seit den späten 90ern sogar vor, um den Faktor „Neid“ einzudämmen.

Und das war ja noch lange nicht alles. Viele „bürgerliche“ Autohersteller boten diese Option lange Zeit nicht an. Wenn Du dir den Taunus nur als 1.3er leisten konnte, dann wussten Deine Nachbarn das – basta. An anderen Stellen wurden subtilere Mittel eingeführt – Einfachscheinwerfer für die Vierzylinder, Doppelscheinwerfer für die Sechszylinder – ganz gleich, was da auf der Heckklappe stand – eingeweihte Nachbarn erkannten die Insignien der Macht und des Geldes…
Viele gingen lange zeit noch weiter und kleisterten Informationen wie „Automatik“ oder „ABS“ auf die Klappe. Jetzt stelle man sich das heute mal vor mit den Ausstattungen der Gegenwart. Da brächtest Du 3 Heckklappen, um noch ESP, Navi und Klimaanlage in Chrom-Buchstaben für die hinter dir fahrenden transparent zu machen. Und wir dachten 300 CE 24 sei das höchste der Gefühle gewesen…