Ford Escort Mk 1 # der mürrische Knochen

Knurriges Design war mal eine Zeit lang durchaus eine Stärke von Ford. Die Projektion amerikanischer Designelemente auf europäische Größe war eine Kunst, die kaum jemand so beherrschte wie Ford. GM versuchte Opel richtig europäisch wirken zu lassen, Ford war da großzügiger. Ford Escort MK 1 Der Fords Escort der erste Serie bediente sich eines erstaunlich wilden Stil-Mixes – und irgendwie sieht man ihm vielleicht schon just deshalb seine britische Herkunft an – damals ja ein Land, das schon in vielerlei Hinsicht für Cross-Over stand, einzig, dass das Wort so noch nicht erfunden war und schon gar nicht bei uns benutzt worden wäre.
Dem Escort hat das nicht wirklich geschadet.
Die Germanischen Autozeitungen fanden ihn tatsächlich nie wirklich schön, vor allem seinen Kombi-Mitstreiter. Dennoch: sein knurriges Design gab ihm ein eigenartiges Überhol-Prestige. Der Ford Escort wirkte auf eine Underdog-Weise aggressiv, was gerade jungen Männern Spaß machte – oftmals zu viel Spaß… Aber der Escort war ein dankbares Objekt: heckgetrieben und mit kurzem Radstand brachte er ähnliche Voraussetzungen mit wie der Kadett C – einzig, dass seine Motoren nicht ganz so spritzig daherkamen.
Zwar feierte der Ford Escort MK1 diverse Rallye-Erfolge – die meisten realistischen Strassenmodelle jedoch verfügten nicht eben über den coolen RS2000er Motor mit 100PS, der den leichten Wagen tatsächlich in schier abartige Geschwindigkeitsbereiche vor katapultierte. Dass der Ford Escort nie den Kult-Status auf Deutschen Strassen erreichte wie etwa ein Kadett B oder Kadett C, erscheint aus heutiger Sicht ungerecht. Der Wagen war viel cooler als sein Ruf. Immerhin ist klar: Die Preise der noch verbliebenen Ford Escort MK1 und MK2 können nur noch in eine Richtung gehen…