Ford Knudsen Taunus # Bürgerchrom

Ford Knudsen Taunus – das war ein Auto, das auf seine ganz eigene Weise stets repräsentativ war – nur, dass zu Zeiten des Ford Knudsen Taunus US-Style eben als repräsentativ galt – bevor sich die Gesellschaft in Premium-Auto-Fahrer und andere aufteilte – die Zeiten der Deutschen Mittelklasse und Nachkriegsgemütlichkeit.
Schöne Zeiten irgendwie.
Dann wurde der Ford Taunus phasenweise der Motoraver-Wagen schlechthin – am liebsten ein Ford Knudsen Taunus in Orange mit Vinyldach. Daher sind die auch längst weit unbezahlbarer als manch anderer Wagen dieser Szene. Schon allein, weil es teilweise irgendwie schwer ist, zu glauben, dass ein solch schwülstig chromiger Wagen dereinst in Köln vom Band gelaufen sein soll und nicht in Detroit oder so.
Ford Knudsen Taunus
Und irgendwie trägt er das alles so unverschämt cool zur Schau – das traut sich ja heute keiner mehr. Und Chrom ist heute längst auch aus billigem Plastik, das überteuerte Premium-Autos schmückt wie ein billig erhaschtes Zitat eines coolen Künstlers deinen Sargdeckel.
Würde sich doch nur mal wieder einer trauen, einen fetten Wagen mit solche lässiger Eleganz zu bürgerlichen Preisen zu bauen. Ist das eigentlich wirklich so schwer oder würde der einfach nur an der Premium-Mafia und ihren Premium-Auto-Zeitungs-Erfüllungsgehilfen scheitern?
Ein Trauenspiel – nicht nur, dass es keinen Ford Knudsen Taunus mehr geben wird – am Ende würde ihn vielleicht nicht mal mehr jemand kaufen.