Ford Taunus # last orders, please

Die Germanen mochten den Ford Taunus – die Belgier und die Niederländer auch – aber niemand mochte den Ford Taunus so sehr wie die Briten – die ihn allerdings aus naheliegenden Gründen nicht nach einem hessischen Gebirgszug nannten, sondern vielmehr Ford Cortina.
Über lange Jahre unterschied der sich immer ein wenig von seinem resteuropäischen Pendant, hatte eine eigene britische Identität.
Erst in den späten Jahren wurde die aufgehoben, was der Beliebtheit des Ford Taunus äh… Cortina keinerlei Abbruch tat. Im Gegenteil.
Die Briten liebten ihren Ford Taunus angemessen über den Tod hinaus. Zunächst einmal wurde er dort noch mehrere Monate nach seinem offiziellen Tod vorsichtshalber weiterverkauft – aus gutem Grund:Fortd Taunus Cortina

Für den konservativen Britischen Käufer war der Ford Sierra ganz entschieden zu modern geraten – allem voran sein futuristische Heck kam in Großbritannien gar nicht gut an, weshalb der Stufenheck-Sierra nachgereicht werden musste.
Hinzu kam, dass das britische Versicherungsrecht und das resultierende Underwriting bereits deutlich weiterentwickelt waren. Hier wurden Reparaturkosten mit in die Berechnung einbezogen – und die Waren beim Sierra, vor allem bei Heck-Schäden signifikant höher als beim einfach gestalteten Ford Taunus.
Also war der Sierra unverhältnismäßig teurer bei den Versicherungsprämien. Aber auch Jahre danach ließ die Lust am Cortina nicht nach. Für die Practical Classics, einer der wichtigsten Youngtimer Zeitungen auf der Insel, verging lange Zeit keine Ausgabe ohne eine kleine Würdigung des Cortina, gerne auch mal eine große Würdigung.
Uns fragen: er hat es verdient, der Ford Taunus.