Immer wieder nett: Klassikertreffen an den Opelvillen in Rüsselsheim 2017

Wir gehen ja auch nur sehr selektiv auf Oldtimer-Events – und wie wir von vielen Veranstaltern erfahren, ist das ein Trend: Nach langen Jahren des Wachstums haben sich viele Leute ein wenig satt gesehen, sind die Veranstaltungen oft zu austauschbar und für viele zu kommerziell geworden. Tatsächlich sinken die Besucherzahlen der großen Events kontinuierlich – und das ist eigentlich gegen den Trend, denn die Großveranstaltung ist einer der beherrschenden Trends des digitalen individualisierten Zeitalters.

Die Magie der Rüsselsheimer Veranstaltung ist einerseits die des friedlichen und offenen Miteinanders – und gleichermaßen natürlich die magische Lage im Herzen einer echten Auto-Metropole. Viele denken daher auch, dass das Klassikertreffen an den Opelvillen ein reines Opeltreffen sei. Vor ein paar Jahren fühlte sich das auch noch deutlich stärker so an – heute ist das lange vorbei. Natürlich sind da viele Opel, was sich ja für die Lage auch irgendwie gehört und vielleicht sogar ein Stück weit aus der kurzen Anreise vieler geborener Opel-Fans aus Opel-Familien ableitet.

Die Lage führt aber auch zu vielen charmanten Randerscheinungen. Hier kommen Leute aus der gegenüberliegenden Siedlung vorbei, die sich manchmal auf einen Stock stützen. Begleitet werden sie von den beiden grauhaarigen Nachbarn, mit denen sie 37 Jahre bei Opel am Band gestanden haben. Und die kommen ins Gespräch mit irgendwelchen Hipstern, die einen Ascona C fahren und tauschen technische Tips aus. Das ist wirklich super charmant und das findet man so im Grunde nirgends.

Das, gepaart mit der hervorragenden Moderation des Roten Teppichs macht eine besondere Atmosphäre aus, wie sie wirklich selten geworden ist. Relaxed, am Sonntag, am Rhein, keinen Eintritt und Woschtwecken zu fairen Preisen – was will man denn da mehr?