Karmann Ghia # der Dschija war der Scirocco unserer Eltern

Als ich klein war, galt dieses warzige kleine Wägelchen, der VW Karmann Ghia doch tatsächlich als irgendwie cool. Zumindest der Typ 14, wie hier im Bild – der Typ34 wurde auch damals schon als Verzweiflungstat erkannt – VW baute das immer gleiche und gab ihm immer lustigere Namen, aber es war immer ein mehr oder weniger großer Käfer.
Was lustige Namen angeht, war der Karmann Ghia übrigens irgendwie führend. Zumindest dort, wo ich herkomme, sprach man den Namen Ghia [wird tatsächlich gesprochen Gi-a oder auch Gija oder Gi-ha – korrekt lautschriftlich:’gia] stets Dschijah aus, was heute ein wenig wie ein religiös motivierter Feldzug klingt…
Und nicht nur das: Man sprach ihn sehr kompakt aus, so dass ich als kleines Mädel lange Zeit – bis ich es geschrieben sah – der Wagen hiesse „Karmandschija“. Genau genommen erstaunt mich jede Abweichung davon auch heute noch ein bissel…
Karmann Ghia Orange
Es fiel mir auch konsequent schwer, den Wagen cool zu finden. Meine Tante hatte einen – und ich hasste es, in ihm mitfahren zu müssen. Der Wagen war ätzend laut und eng – hatte aber immerhin auch dieses lässige Orange. Und dennoch: Das Kadett B Coupé meines Vaters schien daneben ein Palast zu sein: leise, großzügig, modern…
Ich fand den ersten Scirocco sofort geiler. Keilform, kernig.
Und irgendwie hat sich daran bis heute nix geändert.
Ich bin eine trotzige kleine Göre 😉