Kleiner Mann auf großer Fahrt # VW Käfer

Mit dem VW Käfer schien die Welt noch größer zu sein – aus heutiger Sicht duftet da alles noch irgendwie so angenehm nach großer Weiter Welt und Wirtschaftswunder, selbst wenn das mittlerweile historisch widerlegt ist. Egal – zu meiner Jugendwahrnehmung der Welt gehört es immer noch dazu. So wie auch der Käfer, dessen Präsenz im Rückblick etwas beinahe sozialistisch anmutendes hat. In unserer Strasse mit den 22 Häusern gab es in Spitzenzeiten immerhin satte 12 Käfer – und da muss man einrechnen, dass vor 2 Häusern gar kein Auto stand.

Ein Käfer Cabrio ist schon regelrecht ein Paradoxon, weil er das karge, entbehrliche, das dem einstigen KdF-Wagen stets irgendwie innewohnte, geprägt durch das lackierte Armaturenbrett im Innenraum, sich irgendwie mit der Idee des sündigen Offenfahrens nur so halb vertragen will, oder?
VW Käfer
Vielleicht war es aber auch gerade diese auf dem Papier eigenartige Paarung, die den VW Käfer als Cabrio zu so eine Kultobjekt in seinem späteren Leben machte – denn die Preise des Käfers sind ja schließlich irgendwann einfach nur noch enorm in die Höhe geschossen und erreichten Niveaus von 911er, wenn es sich mal um richtig gepflegte Exemplare hatten – und die hatten dann 50PS und aus heutiger Sicht fragt man sich immer, wie die Leute mit dem wohl damals wirklich über diese ganzen Pass-Strassen bis runter nach Italien gekommen sind. Aber sie sind angekommen. Und dann haben sie solche Photos gemacht, um es den Leuten in der Heimat zu beweisen.
Das Selfie der Gründerzeit…