Maserati Biturbo # Der Un-Maserati

Biturbo – das klingt erst mal akademisch, so als hätten die Typen aus der IT den Namen auswählen dürfen und das Marketing hätte sich so lange um die Fahrwerksabstimmung gekümmert oder so…

Ganz so schlimm war es dann bei der Entstehung des Maserati Biturbo wohl doch nicht.

Und dennoch begleitet den Wagen immer dieser komisch fade Beigeschmack, der sagt: „Irgendwie ist das kein richtiger Maserati“. Maserati hat in den beiden Jahrzehnten davor diese ganzen cool gebogenen Formen auf den Markt geworfen, mit lautem Echo eines ungewöhnlichen und stets gefühlt wohlklingenden Namens begleitet. Da gab es den Quattroporte, was ja auch nicht mehr sagt als „Dieses Auto hat vier Türen“, aber in jedem Falle besser klingt. Den Mistral, den Khamsin, den Kyalami.

Neben denen wirkte der Biturbo ein wenig wie ein Dreier BMW, der versehentlich auf der falschen Party gelandet war.

Biturbo
Schaut man sich den Wagen heute an, so muss man feststellen, dass das total ungerecht ist – der Wagen hat Form, der Wagen hat Stil, der hat – vor allem innen – auch durchaus italienische Klasse. Und kantiges Äußeres war in den 80ern keine Schande – das war eher neue Sachlichkeit. Auf gewisse Weise ist der Biturbo so etwas wie der Porsche 924 – von der damaligen Gegenwart zu unrecht in eine Ecke gestellt.
Wir mögen den Wagen irgendwie – und er ist nicht einmal teuer, der Biturbo. Verlockend?