Mercedes W116 # ein Handwäsche-Fall

Wenn Du einen Mercedes Benz W116 auf deiner Auffahrt stehen hast, hast Du ja schon mal ziemlich viel richtig gemacht – zumal, wenn er auch noch so aussieht. Aber eins ist klar: Wer eine solche Ikone fährt, der soll sie auch so pflegen, wie in den 70er Jahren, bevor die öffentliche Handwäsche in Deutschland verboten wurdeMercedes Benz W116 S-Klasse 1972-1980, solange Du keinen Ölabscheider vorweisen kannst – und kein Mensch hat einen Ölabscheider, schon gar nicht 1975, bevor ATU, OBI und Conrad Electronics jeden erdenklichen Blödsinn für Normalbürger zugänglich machten.

Wer als Kind diese Felgen mit dem Lappen reinigen musste, der weiß, welche Arbeit in diesem Ergebnis steckt – zumal es damals noch keinen Felgenreiniger gab, wie man ihn heute kennt. Hätte es ihn gegeben, hätte man Vater in außerdem nicht gekauft, weil er ja drei Jungs hatte, die den Wagen sauber machen konnten…

Der W126, der danach kam, hatte glattflächige Radabdeckungen, die der Aerodynamik dienen sollten. Uns dienten sie vielmehr für eine Stunde mehr Freizeit am Samstag Nachmittag – alles eine Frage der Perspektive…

Als der W140 kam, waren wir Jungs schon aus dem Haus und mein Vater begann, den Wagen in die Waschstrasse zu fahren, wie die meisten Leute, die sich nach gerade mal 15 Jahren daran gewöhnt hatten, dass die Autowäsche von Hand nicht mehr erlaubt war…