Opel Manta B

Opel Manta B # Am Ende war Tuning Pflicht

Sinnloser Spott ergoß sich über Fahrer des Opel Manta B gegen Ende seiner Bauzeit. Manta Witze machten die Runde, getrieben von Fahrzeugen wie diesem – Opel Manta B mit Anbauten, Tieferlegungen, dicken Felgen und gerne Aufpuffrohren, von denen mein politisch noch völlig unkorrekter Opa noch gerne sagte, dass „komplette Zigeuner-Familien darin übernachten können“.

Und Zigeuner-Familien galten als groß.
Das Problem mit den späten Mantas waren dann, dass niemand mehr sich so recht traute einen zu kaufen – ob nun neu oder gebraucht – und das trieb die Preise nach unten und somit die Wagen in die Hände von Leuten, die den Ruf nur nochmals verschlimmerten. Typen mit Vokuhila Minipli und selbstgenähten Harlekin-Hosen aus Ballonseide-Immitat – dünner Schnäuzer als Accessoire komplettierte da nur die Vollausstattung.

Opel Manta B

Und das war dummer Weise kein Vorurteil, sondern eher eine Beobachtung auf den Cruisin-Downtown-Meilen Deutscher Großstädte.

Dass Opel das Thema selbst noch aufnahm und mit Modellen wie dem GSI Exklusiv quasi werksseitig schon Modelle anbot, die aussahen wie jene, die man auf der Strasse am Freitag Abend sah, ist aus marketingfachlicher Sicht auch keine typische Heldentat – aber hier gilt vermutlich: Hinterher ist man ja immer klüger.

Originale, gut erhaltene Exemplare, wurden dadurch leider Mangelware – dabei war eine Opel Manta B im Original ein ungemein schönes Auto – mit seiner flachen Linie, den einfachen Proportionen, die ihm 1975 diese sachliche Eleganz gaben, die nur wenige Wagen hatten, ohne dabei mangelhafte Funktionalität als Preis zu verlangen – der Nachfolger war beinahe kompromiss-behafteter – jenseits der Tatsache, dass ihm die Fans stets übel nahmen, dass die „falsche“ Achse angetrieben war. Marktseitig führte das dazu, dass der Calibra keine normale Nachfolge antrat: Die Manta Fahrer behielten den Manta – die Calibra Fahrer waren eine neue Generation.

Und das …. war dann leider auch schon die letzte Generation.