Post Nr. 300: Im Daimler hinten sitzen :D

So – das ist unser 300. Post auf dieser Seite [Applaus! :D] – und wir haben ja tatsächlich alles mögliche schon hier gehabt – und nach einer Zeit falle Posts auf, die funktionieren, die die Leute oft lesen, über die sie sprechen – und solche, die keinen so recht interessieren, wie im richtigen Leben. Schwarzweisse Bilde will beispielsweise niemand sehen – oder Spider, was uns nur begrenzt verständlich ist. Unser ungelsenster Post von allen zeigt einen Alfa, der früher mal Volksherzen höher schlagen ließ… Aber da kommen wir auch noch hinter. Auffallend: Posts, die Bilder von Innen zeigen, kommen nicht so an – Wenn man das Lenkrad sieht, geht es noch – am uninteressantesten ist offensichtlich die Rückbank eines Autos.
Und deshalb haben wir ihr den 300. Post gewidmet: Der Rückbank der Mercedes S-Klasse 😀
Und zwar im Wandel der Zeit – da ist dann unser Maskottchen, der Dönerwächter, auch wieder dabei.
Angefangen hat die S-Klasse eigentlich erst offiziell mit dem Dönerwächter von 1972, aber in unserer Kindheit gab es noch eine andere S-Klasse auf den Strassen: den Mercedes W108/109, der noch so angenehm das Flair des W100 versprühte, den wir im Regelfalle bei Staatsbesuchen als Mercedes 600 Pullmann erleben durften, aber auch das nur selten. Privat war der 600er wohl eher ungewöhnlich, neben ihm bekommt ein Rolls Royce etwas beinahe alltägliches.
hinten_sitzen_im_w108 In so einem W108 hatte Hinten Sitzen schon eine eigene Qualität. Da hieß man noch Herr Direktor oder so ;-> Man konnte auch viel mehr vom Chauffeur sehen, da die Kopfstütze noch nicht Serie war. Dafür gab es Sitzbeschläge mit Chrom – heute wohl das unmöglichste Material dafür, hat aber was angenehm Handwerkliches.
w108_letztes_baujahr Später kam dann die Kopfstütze, die Luftigkeit und das Chrom blieben. Auffallend: Der Innenraum erscheint einem dennoch nicht so groß. Auch die Breits des W108/w109 ist aus heutiger Sicht nicht opulent.
Hinten Sitzen im Mercedes W116 spielte tatsächlich in einer ganz anderen Klasse. Der hier zu sehende 280er ist eine kurze Version – dennoch ist der Knieraum üppiger – das Repräsentative stärker ausgeprägt.
Mercedes W116
Dazu kommen die sehr klug ausgeformten Sitze, die Mercedes später auch in den anderen Modellen verwendete – das brachte Beinraum.
Unser alter Lieblingshintensitzer tritt in blauem Velours an und sieht einfach immer noch toll aus.
Mercedes W126 hinten
Da wollte man gleich Vorstand bei einer großen Bank werden, wenn einem dafür diese Tür geöffnet wurde. Hinzu kommt, dass die Sitze im W126 weit besser gedämpft waren als die im Vorgänger W116, bei dem sie etwas eigenartig federndes hatten. Im W126 federte der Wagen das stärker ab, man saß auch von Frankfurt nach München enstpannt und konnte die gesamte FAZ lesen.
Der Top-Star allerdings kam in historischer Folge als nächster – der Mercedes W140. Der hat den abgefahrensten Fonds der Benz-Geschichte – daneben wirkte auch der Nachfolger wieder sehr bodenständig.

Hinten sitzen im W140
Откинувшись в Mercedes W140

Wenn man das sieht, wird einem irgendwie klar, warum der Wagen das beliebteste Auto russischer Neu-Mafia-Fürsten war, oder? Das versteht man gleich. Der W140 ist hinten bequemer als ein Durchschnittswohnzimmer – und das gilt nicht nur für Wohnzimmer mit Blick auf den Gorky Park.
Und richtig kultig ist dann das:
w104_mit_einzelsitzanlage Der Mercedes Benz W140 mit individuell verstellbarer Einzelsitzanlage – darin schaffst Du auch Frankfurt – Moskau, vorausgesetzt, Du hast ausreichend Wirtschaftszeitungen bei Dir und Dein Fahrer 7 Liter Red Bull im Blut. 😀
Die Ahnengalerie der Mercedes S-Klassen zeigt: es lohnt sich auch, mal einen Blick nach Hinten zu riskieren.

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