Renault R16 blau

Renault R16 # formal bis heute top

Zeitlose Autos werden ja nicht so oft geboren. Und schaut man sich die Automobilgeschichte an, sind es meist die klassischen Limousinen, die später bei den Sammlern Karriere machen – vom Rolls Royce abwärts über die Mercedes und BMW Limousinen der Oberklasse bis runter zum #Jetta, der heute als „kultiger“ eingestuft wird als der Golf, auf dem er basierte.

Der Renault 16 ist eine echte Ausnahme. Zeit seines Lebens galt der R16 als besonders sportliches und fortschrittliches Auto – und das zu Zeiten, als das schräge Heck vielerorts als Kassengift galt. Nicht so im Herstellungsland Frankreich wo Familien die praktischen Fähigkeiten eines schrägen Hecks schon zu schätzen wussten, als in Deutschland noch der Käfer regierte, unter dessen Heckklappe sich so gar nichts praktisches verbarg und der konzeptionelle Pfiff für Familien sich bereits in einer zweiten Tür auf der Bürgersteig-Seite erschöpfte…
Renault R16 blau Nahezu zwei Millionen Exemplare des R16 liefen vom Band – und aus heutiger Sicht selbst muss man sich noch fragen: Warum ist der eigentlich nicht im Anschluss noch 15 weitere Jahre irgendwo als Dacia vom Band gelaufen oder Volksheld eines frankophilen afrikanischen Staates geworden?

Das zeug dazu hätte er gehabt. Der Innenraum ist ein Traum: Großzügig, weitläufig, hell, kommunikativ und zu allem Überfluss erstaunlich sicher, wenn man mal die Maßstäbe des Jahres 1965 gelten lässt, in dem er debütierte. Frontantrieb, damals oft noch als exotisch eingestuft, spielte hier eine Rolle, Fahrwerksgeometrie und ähnliches waren sehr erwachsen, die Spur breit. Gepaart mit einer Federung, die durch eine sehr gute Dämpfung glänzt, machte der R16 im Komfort ebenso etwas her, wie in seiner Strassenhaftung, die vor allem bei den TX Modellen mit stattlichen 93PS Fahrleistungen erlaubte, deren Durchschnittsgeschwindigkeiten klar auf BMW-Grund spielten.

Einfach ein rundes Exemplar seiner Gattung.