Renault R16 # heimlicher GTI

Als ich das erste Mal im Renault R16 mitgefahren bin, war ich mehr als erstaunt – professionell gefahren, konnte man mit dem Wagen auf der Landstrasse tatsächlich mit weit teureren und spektakuläreren Autos mithalten. Renault R16 Mein Onkel fuhr den Renault R16 aus einer Art religiösen Überzeugung heraus – der Wagen fuhr sich einfach knackig. Das hatte schon mehr als nur ein bisschen Charme – vor allem aber auch deshalb, weil der R16 eigentlich halbwegs brav aussieht.

Renault R16 – lass dich nicht vom Rückspiegel täuschen

Überholprestige fehlte dem Renault R16 dann allerdings doch irgendwie obwohl seine gekräuselten Augenbrauen Dir schon ein wenig Respekt einflössen konnten. Mit seiner stärksten Motorisierung kam der Wagen laut Tacho immerhin über die 180 drüber – das war in den 70ern schon ziemlich handfest – ein GTI war tatsächlich nicht viel schneller. Hinzu kam die Komfortable Abstimmung des Wagens, die selbst heute noch überzeugen kann. Lange Federwage wie sie die Franzosen lange Zeit verwendeten, müssen nicht immer schlecht sein – der Strassenlage des Renault R16 taten sie allemal keinen Abbruch – ausserdem trugen die hohen Räder zu einer sehr anständigen Bodenfreiheit bei, die dem Wagen sehr gute Wintereigenschaften verlieh, die man bei späteren Modellen wie dem R20 dann vermisste.
Als Youngtimer führte der R16 in Deutschland kaum eine echte Existenz. Dafür waren seine Besitzer zu ihm nicht nett genug – vielleicht, weil der Wagen einfach zu gut lag. Selbst die 55PS-Versionen, die sich in 17 Sekunden auf 100 quälten, ließen sich sportlich fahren – man durfte nur nicht den Schwung verlieren ;->