Renault R20 # aus der Am-Ende-Serie

Über 57.500 mal wurde der Renault R20 in Deutschland zugelassen, also gut 500 Mal pro Monat zu seinen Lebzeiten. Das war für einen französischen Wagen dieser Klasse in der zeit kein schlechter Erfolg. On Top kamen noch einmal fast 20.000 Renault 30, der sich zum Renault R20 verhielt wie der Commodore zum Rekord, also der größere sechszylindrige Bruder mit mehr Plüsch und Chrom war. Alles in allem konnte Renault auf diese Bilanz Stolz sein.
Hinzu kam, dass der Wagen für seinen Komfort und seine Strassenlage ebenso sehr gelobt wurde wie für seine für die damalige Zeit ziemlich passablen Diesel-Motoren. Hier waren die Franzosen den Deutschen damals wirklich brutal voraus.
Renault R20
Leider machten die Gebrauchtwagenreports, die in den frühen 80ern herauskamen, dem Wagen einen Strich durch die Rechnung – ebenso die Reports des TÜV und der ADAC Motorwelt – die üblichen verdächtigen Instanzen eben, wenn es damals um Qualität ging.
Tatsächlich hatte Renault hier, wie bei einigen Fahrzeugen der Epoche, katastrophal gebockt. Während der R16 noch ein robustes Fahrzeug war und der R12 das staubige Afrika überlebte, lag der Renault R20 qualitativ leider reichlich daneben – mit allen Klassikern, vor allem Rost und Fahrwerk.
Schade eigentlich, denn die Karosserie bot Raum und war irgendwie chic, ebenso, wie der Wagen eben den Charme des Unkonventionellen in ein sehr praktisches Kleid hüllte. Das konnten die Franzosen – Qualität mussten sie erst langwierig wieder lernen…

Daher endeten leider übermäßig viele Renault R20 nicht als Youngtimer, sondern eher wie dieser traurige Geselle hier.



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