Renault R20 # Zitronengelb in der gehobenen Klasse

Wenn Du heute in der gehobenen Mittelklasse was exotisches bestellen willst, dann bestellst Du dieses dunkle Blau oder dieses eigenartige Cappucino-Beige, das man je nach Lichteinfall von Schwarz nicht unterscheiden kann.

man muss eigentlich nur lange genug auf die dunklen Punkte schauen, dann kann man sich die Drogen sparen…

Das ist schon ziemlich gewagt – alle anderen bestellen Schwarz, Schwarz-Metallic, Anthrazit, Lichtsilber, Reflexsilber oder ein mutiges Slate Urban Grey Metallic, das nur Eingeweihte aus der Design-Abteilung von Daytonagrau Perleffekt unterscheiden können.

In den 70ern, als Leute noch Tapeten hatten, die aussahen, als hätte der Designer vor der Erschaffung des Musters 2 Wochen lang in einem Coffee-Shop in Amsterdam-Pijp gewohnt, da konnte man mit der Wahl einer Lackierung noch ein Statement setzen – wie bei diesem Renault 20. Und der R20 war immerhin ein Auto, das schon in der Klasse von W123, E12 und Audis Typ43 spielte. Kann man da nicht ein Mindestmaß an Seriosität erwarten? 😉
Ja, Mama…

Renault R20
Mit den Premium-Autos kam die Feigheit bei der Farbwahl. Erst musste es ein gediegen dunkles Rot sein, wie man es bei den E30er und E34ern in etwa so oft findet wie beim W124. Und dann kamen Silber und Schwarz, wie sie heute die Firmen-Parkplätze der germanischen Dienstwagen-Gesellschjaft bestimmen. Änderung in Sicht? Nein, eigentlich nicht.
Da freut man sich fast schon über Trends wie „Elektro-Autos in Weiss“ – neuerdings haben die immer lichtblaue Applikationen und Rekuperations-Bremssättel. Insignien der neuen Generation.