RO 80 # so sieht die Zukunft von gestern dann morgen aus

Neben dem Citroen DS und dem Tucker dürfte der NSU RO80 wohl eines der futuristischsten Automobile sein, dass die Großserie je hergegeben hat. Es sind nicht nur die Geschichten um den futuristisch anmutenden Wankelmotor, ein Beispiel von Ingenieursverliebtheit, sondern eben auch eine Karosserie, die nicht ein bisschen hier und da etwas feilte, sondern from Scratch komplett anders war. Aerodynamik kannte man in der Gro0serie so noch gar nicht als Stilmittel, auch wenn es natürlich bereits aerodynamische Vorreiter gegeben hatte. Aber hier ging das eben Hand in Hand: Der flach bauende Kreiskolbenmotor erlaubte die flache Linie vorn, die ansteigende Linie der Fahrgastzelle mit dem Abschluss in Tropfenform. Erst 1982, mit dem Erscheinen des Audi Typ 44, sollte wieder ein Wagen so konsequent um dieses Thema herum gebaut werden.
RO 80 Am Ende
Dazwischen galt die Idee tatsächlich in vielen Entwicklungsabteilungen als Kassengift – nicht nur, weil der NSU RO aus verschiedenen Gründen ein Flop war. Ein Aerodynamisches Auto ging immer mit flachen Scheiben einher – die waren pauschal größer und somit schwerer – und sie ließen ungehindert die Sonne herein und das mochten die Passagiere in einer Zeit vor der Klimatisierung von Fahrzeugen noch nicht.
Der Leidensdruck war einfach noch nicht hoch genug: Vor der ersten Energiekrise war Sprit nicht so teuer, dass er die Menschen hier zum Umdenken gebracht hätte.
Als die Krise passierte, hatte der Ro80 seinen Zenit leider schon überschritten und war zum Sorgenkind geworden. Viele Ro80 waren lange Zeit unverkäuflich – und dann enden solche Exoten so traurig wie dieser…