Saab 90 # der Vergessene

Saab 90? Hä? Das ist doch ein Saab 900, oder? Nein – aber die Familienähnlichkeit des Saab 900 mit seinem größeren Bruder ist schon sehr eindeutig. Saab 90 In Deutschland spielte der Saab 90 neu schon kaum eine Rolle – als Youngtimer hat sich daran nicht viel geändert. Die meisten Menschen hierzulande kennen nicht nur den Saab 90 nicht – viele wissen generell nicht, dass Saab überhaupt Modelle gebaut hat, die kleiner waren als der 900er beziehungsweise 9-3. Dabei waren sie darin sogar ganz gut – nicht, weil die Wagen klein waren, sondern im Gegenteil – sie waren eigentlich eher karger, aber an Innenraum herrschte kein Mangel. Schon eher an Türen – da war Saab bei den kleinen Modelle etwas geiziger – aber Zweitürige Mittelklassewagen gab es ja damals noch ;->

Saab 90 – als Youngtimer eine Alternative zu den großen Brüdern?

Die Preise des kleinen Saab unterscheiden sich im Grunde nicht von denen der größeren Modelle – warum auch? Nur zu finden sind sie schwere. Neben Schweden, Dänemark und Finnland ist hier auch mal wieder Holland ein guter Tip – dort wurde immer schon gerne Saab gefahren, und wie beim Volvo 340 spielten dort die kleineren Modelle eine größere Rolle.
Da kann sich die Fahrt schon mal lohnen. Die Fahrt im Saab 90 selbst ist immer noch spaßig – er hat dieses sportliche Grundgen, auch wenn er nicht so aussieht. Und dennoch ist er irgendwie gediegen. Schöne Paarung – schade um Saab…

2 Kommentare

  1. Meiner Erfahrung nach sind 90er eher billiger als 900 oder 99. Dabei sind sie das beste aus zwei Welten: vom 900 hat der 90 den größeren und besser nutzbaren Innenraum, vom 99 den kurzen vorderen Überhang und das Mindergewicht.
    Im Ergebnis geht der 90 mit dem serienmäßigen hochbeinigen Schotterpistenfahrwerk mindestens genauso gut ums Eck wie ein tiefergelegter 900 turbo. Zum Schnellsein braucht der Wagen aber kurvige Landstraßen. Da fühlt sich dann auch der Vergasermotor wohl, der aus 2 Litern nur 100 PS holt. Leistung und Drehzahlen sind seine Sache nicht, dafür aber hat er die Drehmomentcharakteristik eines Wasserbüffels. Am Ortsausgang in den 5. Gang schalten – ab 1500/min zieht der Motor durch, und was an Leistung fehlt macht das Handling wett. Im Weg rumstehen tut man anderen Verkehrsteilnehmern definitiv nicht. 🙂

    Was der 90, genau wie der 99 nicht kann ist Luxus. Keine Ledersitze, keine Klima, kein Tempomat, keine elektrischen Fensterheber, kein garnix. Auch keine Servolenkung.
    Braucht man auch nicht, die Sitze sind bequem, die Fenster haben Kurbeln, und das Auto fährt. Immer.
    Die Verarbeitungsqualität ist wie bei den ebenfalls bei Valmet gebauten späten 99ern ausgesprochen gut, das finnische Blech erstaunlich rostresistent.

    Was spricht dagegen?
    – zunächst einmal das Design. Anfang der 80er waren die Preßwerkzeuge für das Heck des 99 verschlissen, Saab brauchte aber ein Fahrzeug unterhalb des 900. Die Entwicklung des 9000 hatte viel Geld gekostet, also nahm man einfach das Heck des 900 Sedans und bastelte es an eine 99er Front… Das ist Stückwerk, und das sieht man auch. Früher nannte man so etwas häßlich, heute sind wir gnädiger und sagen Skurril oder charmant.
    – dann die Kommunistenzonen. Die 90er sind ab Werk nicht katalysiert, Unfugzonenplaketten gkeich welcher Farbe gibt es also nicht. Es heißt also entweder warten aufs H-Kennzeichen – oder für einen vierstelligen Betrag einen Kat nachrüsten. http://www.hft.se bietet für 99 und 90 die Nachrüstung mit einem geregelten Edelstahlkat an. Durch den kann man durchgucken, der kostet definitiv weniger Leistung als der original an dieser Stelle verbauten Vorschalldämpfer, und dank der Lambdaregelung läuft der Motor über einen weiteren Drehzahlbereich besser und tendentiell sogar noch etwas sparsamer. Eine sehr feine Sache also, leider nur eben mit einem Preis jenseits der 1000€ behaftet.

    Fazit: Einen 90 kann und soll man kaufen. 🙂

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