In seltener Idylle # Fiat 132

Jeder, der den Fiat 132 mal gefahren ist, musste spontan zugeben, dass das eigentlich gar kein schlechtes Auto war – eher im Gegenteil. Der Fiat 132 hatte einen Innenraum, der für damalige Verhältnisse ebenso großzügig war, wie er mit seiner lichten Luftigkeit überzeugen konnte.
Wenn auch nicht unbedingt den Teutonen, der mit dem Wagen natürlich auf seine Weise ein Grundsatzproblem hatte. Der Nachfolger des Fiat 125 galt als schwammig im Fahrverhalten – und als ob das nicht in sich schon schlimm genug gewesen wäre, unterstellte ihm die Autozeitung „Japanisches Design“ – ein Nogo in den 70er Jahren, ganz klar. Zynisch in diesem Kontext, dass der Fiat später in Lizenz bei Kia gebaut wurde – Asiaten mochten das Design also scheinbar irgendwie.
Fiat 132 Dennoch hat der Fiat 132 tatsächlich unbestreitbare Qualitäten – Qualität gehörte leider nicht dazu. Car & Driver wählten den Fiat 132 Ende 1979 zum qualitativ schlechtesten Auto der 70er Jahre (dicht gefolgt vom #Citroen CX) und hatten damit leider Recht: Der Fiat 132 war vor allem in den ersten beiden Jahren grottig verarbeitet und machte tatsächlich nur neu wirklich Spaß und überzeugte mit seinen satten Sitzen und der gehobenen Ausstattung. Für lange Bindungen taugte er nicht. In seiner Klasse war er in der Schwacke Liste der Wagen mit dem höchsten Wertverlust – einen Fiat 132 wieder loszuwerden war ein Alptraum, der tatsächlich (kein Witz) für viele Besitzer mit dem Vortäuschen eines Diebstahls endete. Der Fiat 132 war am Ende Kassengift – daran konnte auch sein silbriger Zweitaufguss als Fiat Argenta nicht ändern.
Heute ist der Fiat 132 ein Youngtimer, nach dem ich die Leute umdrehen. Wer hätte das gedacht? Das größte Problem ist, heute noch einen Fiat 132 zu finden…