Strichachter Benzr: überall hin

Nein – das ist kein retuschiertes Kennzeichen – verlässt man das strukturierte gescheitelte Germanien, sehen Kennzeichen in der Tat schon einmal etwas anders aus als im ordentlich anmutenden Deutschland.
Und wenn dich immer schon jemand hin brachte und das zeug hatte, notfalls auch unter widrigen Bedingungen dort zu bleiben, dann war das er: Der Strichachter Daimler. Ohnehin einer der wichtigsten Meilensteine der Automobilgeschichte verbreitete er sich schon aufgrund seines legendären Rufs bis in aller Herren Länder – teilweise auf Schiffen unter dubiosen Umständen – aber wenn er dann mal da war, dann wusste jeder vor Ort, wie dieser Wagen zu reparieren war. Eine Art DNA-Urschlamm-Information. StrichachtWir sind jetzt schon gespannt, wie später mal die Diagnose-Computer auf diese Schiffe geraten werden – aber da hat die Weltwirtschaft ja schon die erstaunlichsten Blüten hervorgebracht, damit Youngtimer und noch ältere irgendwie überleben konnten. Noch besser organisiert waren da nur die sozialistischen Staaten. Dort war der Strichachter Benzr nicht so gern gesehen – strahlte er doch irgendwie subtil westliche Dekadenz aus. Selbst in Grau und Beige wirkte der Strichachter Benz jenseits des Lada-Äquators immer so gülden wie dieser hier. Verheißung.
Das kann man sich im Dienstwagengeschwängerten Europa heute kaum noch vorstellen – auch nicht die Sonderstellung, die der Strichachter einst inne hatte.