Strichachter W114 / W115

Stricher in Schwarz # damals viel zu selten

Der Mercedes Strichacht war einer dieser Wagen, der noch vor der Dienstwagen-Gesellschaft auf den Markt kam – und damals galt schwarz bei privaten Autos als irgendwie schwach anrüchig – das „fuhr man nicht,“ wie meine Oma sagte – ich hab mich damals immer schon gefragt, wer „man“ eigentlich genau war…
Aber sie hatte Recht – Staatsmänner fuhren den Stricher in Schwarz – sonst fuhr „man“ ihn eher in hellen oder gar bunten Tönen. Taubenblau, mausgrau, hier und da mal ein freches rot oder gedeckte Grüntöne – aber sicher nicht glatt schwarz.
Strichachter W114 / W115Später bekam der Strichachter in Schwarz dann immer mehr traurige Berühmtheit – das Bild vom Attentat auf Buback ist wohl nur schwer zu vergessen – für mich im Besonderen, weil ich in dieser Woche nur 4 Strassen weiter lebte und mich an Blutflecken auf der Strasse erinnern kann. 1977 – ein Jahr, in dem man öfter zerbombte Mercedes Limousinen sehen musste…
stricher-schwarz-buback Schwarz wurde dann trotzdem neben dem späteren Silber und vielen langweiligen Mischtönen die Standardfarbe der Dienstwagengesellschaft, ob man das nun mochte oder nicht. Eigentlich eine eigenartige Geschichte – ebenso wie die Rückkehr der Farbe Weiss, die Ende der 90er Jahre praktisch das Siegel „unverkäuflich“ trug, bevor sich die Farbe heldenhaft wieder am Schopfe packte. Wir würden uns persönlich freuen, wenn wir das noch einmal für Orange erleben würden.