VW Bulli T2 # Spätsommerromantik

Der VW Bulli T2 gehört unzweifelhaft zu den wichtigsten Erinnerungen meiner Jugend. Mit ihm haben wir uns damals das leicht unwirtliche Nordschottland ebenso erarbeitet wie drogengeschwängerte Campingplätze rund um Amsterdam – damals, Ende der 80er, als der gerade in einer sehr erschwinglichen Phase angelangt war.
Wer sich heute nach einem Exemplar umschaut, der tut das nur noch selten für unwirtliche Urlaube mit großen Mengen seiner Kumpels, sondern eher, weil er sich an die möglicherweise beste Zeit seines Lebens erinnern möchte.
VW Bulli t2
Dem VW Bulli T2 wohn noch dieses Ursprüngliche inne – der Geschmack von Freiheit und Abenteuer ebenso wie dieser eigentümliche Wirtschaftswunder-Touch von „Ärmel hochkrempeln, die Sache selbst anpacken“ – Deutsche Aufbruchstimmung.
Und das dauerhafte Erstaunen darüber, was man in einem 50PS-Auto alles durch die Gegend schleppen kann – selbst wenn dem das Thema Aerodynamik nicht mal ein echtes Schulterzucken abringen könnte, dem großen Alten, der trotz langer Modellzyklen mittlerweile schon ziemlich lange den dritten Nachfolger hat.
Und man spürt diese eigenartige Dankbarkeit – fürs Ankommen. Diesen Drang, diesen drollig versteckten kleinen, zähen und harten Boxer-Motor zu tätscheln, weil er dich diese lange Single-Track-Road mit ihren 26% Steigung hoch gebracht hat. Ein ausgestorbenes Thema.
Einen VW T5 ist keiner mehr dankbar – der macht seinen Job und kostet 50.000€ – also: Maul halten, Bus.
Wir wünschen uns Autos, denen man wieder ein bisschen dankbar sein kann ;D


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