Wartburg 353 # mal knallhart unsozialistisch

Schändlich, aber man mag zu Tuning stehen wie man will – einen Wartburg 353 dieser Erscheinung sieht man irgendwie viel zu selten, oder?
Zu den Zeiten, da ich den Wagen in der DDR an mir vorbeirauschen sah, sah man den Wartburg 353 in solcher Weise nicht nur selten – es gab ihn nicht.
Hättest Du den derartig verunstaltet und ihn dann noch vor einem Graffiti fotografieren wollen – du wärst am nächsten Morgen in Ketten aufgewacht – so fühlte es sich zumindest an.
Die Farbe mochte ich damals schon, aber Graffitis – glaube, die gab es wohl in Berlin oder an ein paar Mutigen Ecken in Dresden und Leipzig, in Guben gab es keine, da bin ich mir sicher.
Wartburg 353
Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt noch ausreichend Wartburgs finden, die meine Mutter stets „Die Wartburg“ nannte oder auf Wasserpolnisch „Wartburga“. Warum auch immer.
Für mich ist er der Wartburg, obwohl er in der Tat nie besonders maskulin wirkte – nicht so sehr wie auf diesem Bild. Der Lada mit seinen klaren Kanten, der zeigte immer ganz klar, wer das sagen hatte – nicht der Wartburg 353 – der hatte zu kuschen.
Ein wenig mehr Stolz wäre heute dennoch angesagt. Nur, weil der Wagen 91/92 allerorts weggeworfen wurde, heißt das nicht, dass er kein Youngtimer ist. Im Gegenteil: Er hat weit mehr Geschichte als mancher sogenannter Youngtimer, der Wartburg 353.
Und finde heute mal einen in München oder Hamburg!
Nutzt die Gunst der Stunde…