Der russische ZIL

Wenn Du eine Armee befehligst – dann ist das Dein Auto

Wenn Du es in den Tschaika oder den ZIL geschafft hattest, dann war die Wahrscheinlichkeit, dass Du auch eine Armee befehligen durftest, im Regelfall dreistelligen Prozentzahl. Vermutlich durftest Du auch eine Menge Minister durch die Gegend scheuchen und herumbefehligen – im ZIL noch mit höherer Wahrscheinlichkeit als im Tschaika.
Der durchschnittliche Westeuropäer kann sich kaum vorstellen, wie viel in so einem Wagen steckte. Bei uns war das vielleicht der Mercedes 600, vielleicht ein exotischer Rolls Royce oder Bentley – aber im Gegensatz zum Tschaika oder ZIL konntest Du den im Zweifel einfach kaufen – oder ihn eventuell sogar kurzfristig mieten oder ähnliches – auch wenn Du keine Armee befehligen durftest, was ja tatsächlich bei den Bewohnern einer durchschnittlichen Deutschen Reihenhaussiedlung gar nicht einmal so sehr verbreitet ist.
Der russische ZIL
Einen Tschaika hingegen konntest Du nicht so einfach kaufen – und ganz sicher konntest Du nicht einfach zu Sixt gehen und dir einen mieten. Einen Tschaika GAZ 14 musstest Du Dir erarbeiten. Nicht im Schweisse Deines Angesichts, sondern eher mit Buckeln, taktieren und ähnlichen auch irgendwie schwierigen Tätigkeiten. Und wenn Du das nicht richtig drauf hattest, dann konnte es sein, dass Du an einem unerwarteten tragischen Unfalls starbst, bevor Du es in einen ZIL schafftest…
Eindeutig risikoreicher also als einen dicken Benz zu kaufen oder einen 7er BMW zu erwerben.
Aber all jene, die da Fahrerlebnis hatten, schwärmten davon. Der Tschaika glänzte durch eine Breite, die man sonst nur in LKW findet, eine nfünfeinhalb Liter fassenden V8 und einen Fußraum, neben dem eine lange S-Klasse oder ein aktueller Skoda Superb eng wirken – und das soll was heißen.