Youngtimer-Cockpits: Ordentlich, sauber und aufgeräumt

Sich in heutigen Autos zu bewegen, gilt gemeinhin als entspannender – besser für Langstrecke und ähnliches. Aber ist das eigentlich so in Fahrzeugen, die 1000 Funktionen und mehr haben? Bei denen man die Federung konfigurieren kann, das Navi und seine Streckenführung und am Ende der verwendete Schlüssel über die Sitzposition entscheidet? Da ist Priorisieren schwer – aber von digitalen Ingenieuren auch nicht mehr ganz so in den Fokus gerückt…

Volkswagen Passat, Mitte der 70er Jahre. Wenige Schalter, konsequent um die wenigen Instrumente herum angeordnet und systematisiert: Licht ist wichtig, wichtiger und öfter verwendet als die anderen Schalter gleichen Typs auf der rechten Seite. Die Hupe hat einen breiten Platz im Pralltopf gefunden – über die muss keiner nachdenken – ein Notfall-Arrangement, wie es sich gehört – in Hupsituationen darf man nicht nachdenken müssen

 

Mercedes war stets gut in der Priorisierung und ist das auch bis heute noch. Wichtige Informationen in der Mitte, sekundäre Informationen links und rechts untergeordnet – Warnleuchten strukturiert unter den wichtigen Informationen – und klar in einem Bereich, der Schwarz ist. Dadurch fallen Warnleuchten stark auf, wenn sie dann einmal leuchten. Keine sinnlosen Farbspielereien – der rote Bereich ist rot und die Economy Anzeige folgt der gleichen Logik, jedoch mit geringerer Priorisierung – und das ist völlig richtig, denn ein Rot im Drehzahlmesser hat weit heftigere Konsequenzen

 

Mazda 626
Mazda 626 – vollkommen reduziert und klar – Priorisierungen der Anzeigen nicht mehr notwendig. Dinge, die man über Warnleuchten regeln kann, erhalten keine eigenen Instrumente. Strenge Askese.
BMW war in der 70er Jahren in manchen Dingen einen Schritt weiter. Die Funktionen rechts des Lenkrads sind dem Fahrer zugewandt und stellen nicht nur klar, wer in den Macho 70ern das Sagen im Auto hat, sondern fühlen sich leichter zu bedienen an. Kunstgriff

 

Heute sind Supersportwagen stets fahrende Computer