Porsche 928

Porsche 928 # der solide heimliche Held

Als der Porsche 928 im Rahmen der Gladbeck-Geiselnahme 1988 eine eigenartige Berühmtheit erlangte, weil ihn Rösner und Degowski explizit als Fluchtfahrzeug angefordert hatten, da haben wir uns damals in einem zynischen Moment gefragt, ob man solche Dinge mittlerweile vielleicht wie Product Placements kaufen könnte. „Hey – wir haben hier eine Entführung und die Entführer rufen für 100.000 Mark extra einen explizten Fluchtwagen auf…“
Porsche hätte jedenfalls gut daran getan, dafür zu zahlen… Es hat den 928er irgendwie cooler und verruchter gemacht auf eine sehr spezielle Weise – denn sonst war er insgesamt zu germanisch, zu langweilig, zu clean.
Der 911er wirkte Zeit seines Lebens rebellisch neben ihm, irgendwie knackiger, aber auch irgendwie maskuliner. Und abgesehen davon: Gescheite Bankräuber hätten ihn vermutlich nicht als Fluchtfahrzeug angefordert. Da fragst Du wahrscheinlich lieber nach einem Subaru WRX STI oder so – oder eben nach einem Porsche 928, wenn Du dich auf eine längere Flucht einstellst…
Porsche 928
Wir mochten den Porsche 928 jedenfalls – er war rund gelutscht, aber er hatte dieses massiv beeindruckende, wenn Du vor ihm stehen durftest, was ja hoch selten geschah – außer mal hier und da in München, Stuttgart oder Hamburg – in die Dörfer der Republik zog er nie so recht ein. Wenn man ihn zu Lebzeiten sah, dann meist auf Autobahnparkplätzen oder wenn man sich runter nach Starnberg begab…
Den Panamera haben sie sich damals noch nicht getraut – schade eigentlich.
Der Porsche 928 als Viertürer wäre heute einer dieser Traum-Youngtimer.